HP - Totgesagte leben länger

von Team LAN

Während der PC-Markt insgesamt schrumpft, trumpft Hewlett-Packard auf. Der US-Konzern baut Marktanteile aus. Die Gewinnaussichten verbessern sich sogar. Der weltgrößte Computerhersteller schraubt wegen der starken PC-Nachfrage seine Gewinnziele herauf. Klar, dass Konzernchef Dion Weisler darauf stolz hinweist und betont, er sei "recht zufrieden" mit dem zweiten Quartal von HP:

"Unser starker Fokus auf Innovation, kombiniert mit operativer Exzellenz und profitablem Wachstum, zahlt sich aus."

Ein Beweis, dass der US-Konzern, der lange unter dem rückläufigen PC-Markt litt, die Kehrtwende geschafft hat. Das gelang vor allem mit 2in1-Produkten, den Notebook-Tablets und High-End-Laptops. HP überholte sogar seinen chinesischen Erzkonkurrenten Lenovo als weltgrößten PC-Hersteller. Der Rivale aus China hat jüngst den größten Verlust seit fast einem Jahrzehnt einstecken müssen.

Starke Zahlen und Aussichten

Im laufenden Geschäftsjahr, das bis Ende September läuft, werde nun mit einem Gewinn je Aktie zwischen 1,97 und 2,02 Dollar gerechnet, teilte der US-Konzern in der Nacht zu Mittwoch bei Vorlage seiner Quartalsbilanz mit. Bisher waren maximal 2,00 Dollar je Anteilsschein in Aussicht gestellt worden.

Zuversichtlich machte HP die Entwicklung im zweiten Geschäftsquartal. Umsatz und Gewinn wachsen zweistellig. Der Umsatz kletterte - vor allem wegen eines deutlichen Plus der PC-Sparte - um rund 13 Prozent auf 14 Milliarden Dollar und lag damit über den Erwartungen von Analysten. Der Gewinn sprang, auch wegen einer einmaligen Steuergutschrift, um fast 90 Prozent auf 1,06 Milliarden Dollar.

Das ist HP

Hewlett Packard oder kurz HP ist für viele gleichbedeutend mit Druckern und PCs. Der Konzern hat aber viel mehr: Die Produktpalette deckt viele Bereiche der IT-Infrastruktur ab. 2015 wurde der alte HP-Konzern aufgespalten in HP und HPE (Hewlett-Packard Enterprise). Unter HP-Label blieb das Drucker- und PC-Geschäft. Zukunftssparten wie Server- und Speicherdienste für Großkunden fielen Hewlett Packard Enterprise (HPE) zu.

3D-Druck, die neue Wachstumsstory

Zwar fehlt HP mit Druckern und PCs eine rechte Wachstumsstory, doch die wird gerade geschrieben. Jüngst kündigte das Unternehmen an, sich mit 3D-Druck neu zu erfinden. Konzernchef Dion Weisler sieht dort große Zukunftsmöglichkeiten. "In fünf Jahren kann das ein großes Geschäft für uns sein", sagte er im Interview mit dem Handelsblatt. Seit einigen Jahren schon ist der Drucker-Pionier in diesem Geschäft aktiv, wobei er auf die Erfahrungen mit seiner Tintenstrahl-Technologie zurückgreift.

HP will mit dem 3D-Druck die Industrieproduktion aufmischen, der Markt steht vor dem Durchbruch in die Massenproduktion. Weisler verspricht eine schnellere und günstigere Produktion. Die zehnfache Geschwindigkeit bei halben Kosten sei möglich.

HP-Aktie macht Pause

Die HP-Aktie hat nach einer kräftigen Erholung 2016 und 2017 nun eine Pause eingelegt. In diesem Jahr pendelt der Kurs zwischen 16 und 20 Euro. Auf die aktuelle Quartalsbilanz reagierten die Papiere gestern im nachbörslichen Handel kaum.

Nach der Aufspaltung der früheren Hewlett-Packard in die HP und Hewlett-Packard Enterprise notieren beide Konzerne seit Anfang November 2015 als zwei eigenständige Unternehmen an der Börse.

(Quelle: boerse.ard.de)

 

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